Bremen ist einer von Deutschlands wichtigsten Luft- und Raumfahrtstandorten. Doch um innovative Bremer Entwicklungen zu sehen, muss man nicht zwangsläufig in den Himmel schauen. Manchmal liegen sie auch unter den eigenen Füßen – vor allem wenn das Unternehmen DFT, ein Spezialist für Industrieböden und einer unserer treuesten Mieter, im Spiel ist. Ein Gespräch mit Thomas Hofmann, Geschäftsführer der DFT Deutsche Flächen-Technik, über einen ganz speziellen Industrieboden.

Herr Hofmann, Ihr Unternehmen hat eine prototypische Lösung für Hallenböden entwickelt. Worum handelt es sich dabei genau?

Wir haben einen stahlfaserbewehrten Walzbeton entwickelt – ein absolutes Novum. Einen derartigen Walzbeton für Industrieböden gab bislang noch nicht. Der klassische Walzbeton an sich kann auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken. Er kommt ursprünglich aus dem Straßenbau und wurde von der DFT und später auch von weiteren Wettbewerbern für die Böden von Industrie- und Gewerbeimmobilien zur Anwendung gebracht

Inwiefern stellt der stahlfaserbewehrte Walzbeton eine Weiterentwicklung dar?

Mit dieser Bodenlösung ist es so, dass wir in der Lage sind, wichtige bauphysikalische Parameter entsprechend der Landesbauordnung zu bedienen. Diese Parameter liegen im Bereich der Durchstanzfestigkeit und der Begrenzung von Rissen. Das ist sehr wichtig, wenn man zum Beispiel an regalierte Flächen denkt. Tendenziell werden diese höher und damit auch schwerer. Man muss also sicherstellen, dass das Bauteil standfest und nicht anfällig für Risse ist. Das gewährleisten wir durch die Zugabe von Stahlfasern. Unser bewehrter Walzbeton bietet deutlich höhere Biegezugfestigkeiten und ist zugleich erheblich weniger anfällig für Risse als klassischer Walzbeton.

Sind das die einzigen Vorteile?

Keineswegs. Unser Boden kommt mit 45 Prozent weniger Zementanspruch pro Kubikmeter im Vergleich zum etablierten Industrieboden aus Stahlfaserbeton aus. Dazu kommt noch das erheblich geringere CO2-Emissionsaufkommen durch größere Transportmengen je Anlieferung im Vergleich zum herkömmlichen Transportbeton. Nach fachgerechtem Einbau erfüllt unsere Lösung die gleichen bauphysikalischen Parameter wie vergleichsweise „weicher“ Stahlfaserbeton, sprich, er ist genauso fest. Zugleich sparen wir große Mengen CO2 ein. Außerdem benötigen wir deutlich weniger Wasser als die etablierten Systeme, um den erdfeuchten Walzbeton herzustellen. Neben den baulichen Vorteilen hat unser stahlfaserbewehrter Walzbeton also auch klare Vorteile in punkto Nachhaltigkeit.

Nachhaltigere Lösungen haben den Ruf, für den Auftraggeber höhere Kosten zu verursachen. Ist das in diesem Fall auch so?

Das steht in Abhängigkeit zu der Flächengröße. Die bauphysikalischen Vorteile unseres Systems ermöglichen es uns, größere Tagesfelder herzustellen. Aufgrund des geringeren Zementanteils im Bauteil erzeugen wir Kostenvorteile, vor allem im Hinblick auf stark steigende Klimaschutzabgaben für Rohstoffe. Das versetzt uns in die Lage, preisanalog zu den etablierten Systemen herzustellen.

Gibt es in Deutschland mit ihrem System vergleichbare Neuentwicklungen?

Wir sind der erste Hersteller, der sich an dieses Thema herangewagt hat und meines Wissens der einzige, der etwas Derartiges anbietet. Zeitgleich arbeiten wir momentan an einer monolithischen Lösung. Dort sollen dann stahlfaserbewehrte Bauteile mit Hartstoff-Einstreuung zum Einsatz kommen – ein sehr preisattraktives Produkt, das sich derzeit aber noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase befindet.

Welche weiteren Produkte bietet die DFT derzeit an?

Da wäre zum Beispiel unser kunststoffmodifizierter Hochleistungsestrich Brecoplan. Im Grunde ist die DFT aber bei allen Industrieböden sehr gut aufgestellt. Ob Stahlfaserbeton herkömmlicher Art, unbewehrter oder konventionell bewehrter Boden – wir bilden das alles ab.

Traditionell hat die DFT ihren Sitz am Allerkai in Bremen-Hemelingen, zieht aber demnächst in einen Neubau in der Friedrich-List-Straße im Gewerbepark Hansalinie. Was zeichnet den neuen Standort aus?

Zunächst einmal ist der Umzug für uns eine großartige Entscheidung und wir danken der Peper & Söhne Gruppe dafür, dass wir dieses Projekt gemeinschaftlich umsetzen dürfen. Der neue Standort wird natürlich wesentlich moderner, was die Büroräumlichkeiten angeht. Wir werden dort zum Beispiel Konferenzräume für Fortbildungen und interne Schulungen vorfinden. Wir wollen junge Menschen von uns begeistern und da spielen auch die Räumlichkeiten eine bedeutende Rolle. Dazu kommen handfeste betriebswirtschaftliche Vorteile: In Zukunft können wir auf extern zugemietete Werkstattflächen und -leistungen verzichten.

Herr Hofmann, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Über

Thomas Hofmann ist Geschäftsführer der DFT. Das Unternehmen ist langjähriger Mieter der Peper & Söhne Gruppe und ein Teil der Possehl Firmengruppe. Der neue Standort, den die Peper & Söhne Gruppe für die DFT realisiert, soll im 2. Quartal 2022 bezugsfertig sein.

 

 

Die Peper & Söhne Gruppe baut ihre Aktivitäten im Gewerbepark Bremen Hansalinie aus. Derzeit wird hier für den Automobilzulieferer LINDE + WIEMANN SE & Co. KG ein neuer Standort entwickelt.

Zum Sommer 2019 wird die Fertigstellung der modernen Produktionsstätte erwartet. Die Projektentwicklung umfasst an die 19.000 m² Hallenfläche sowie ca. 1.000 m² Bürofläche.

Die Projektentwicklung für den Daimler-Zulieferer Valeo Wischersysteme GmbH im Gewerbepark Hansalinie ist zum Jahreswechsel fertiggestellt worden. Entwickelt wurde eine mehr als 8.000 m² große Logistik-Immobilie mit integriertem Büroeinbau.

Für die neue Projektentwicklung im Bremer Gewerbepark Hansalinie ist heute die Baugenehmigung eingetroffen. In der Bergener Straße wird eine Logistikhalle mit integriertem Büroeinbau für die Adient Interiors Ltd., eine Tochterfirma des amerikanischen Mischkonzerns Johnson Controls, entstehen. Insgesamt umfasst die Halle inklusive Büro 9.020 m². In Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer GOLDBECK wird die Logistikhalle, angepasst auf die individuellen Anforderungen des Kunden, bis zum Jahresende fertiggestellt. „Ein aufwendiges Unterfangen, dass wir dank flacher Hierarchien und schneller Entscheidungswege zügig umsetzen können“, freut sich Christoph Peper, Geschäftsführer von Peper & Söhne.

Hier geht es zur Webcam des Bauprojektes

Im Juni bezog die O. Friedrich & D. Cobovic Produktionstechnik GmbH & Co. KG die neue Fertigungshalle im Gewerbepark Hansalinie. Das Unternehmen zeigte sich mit dem Ergebnis des Bauprojektes sehr zufrieden. Beim Abschlussgespräch der Projektentwicklung fasste Christoph Peper, Geschäftsführer der Peper & Söhne GmbH, zusammen: „Wir freuen uns, einen weiteren Neubau im Gewerbepark Hansalinie termingerecht an unseren Geschäftspartner zu übergeben.“

Die Halle, die ganz auf die Bedürfnisse von Friedrich & Cobovic ausgerichtet ist, wurde in Zusammenarbeit mit der Firma GOLDBECK errichtet. Auf dem 9.497 m² großen Grundstück steht jetzt eine moderne Lager- und Fertigungshalle, inklusive eines ummantelten Entladungsbereiches (2.965 m²) und angeschlossenem Bürotrakt (1.475 m²).

Aus Bremen ist der Gewerbepark Hansalinie nicht mehr wegzudenken. Insbesondere seine Lage nahe des Mercedes-Benz Werks macht ihn für Zulieferer und Dienstleister der Automobilbranche attraktiv. Mittlerweile ist der Gewerbestandort soweit erschlossen, dass bereits die Planung der ersten Flächen der Erweiterung im zweiten Bauabschnitt erfolgte.

Bebauung des zweiten Abschnitts der Hansalinie startet
Peper & Söhne errichtet ab Juni als erster Projektentwickler im zweiten Bauabschnitt der Hansalinie eine 8.300 m² große, drittverwendungsfähige Logistikhalle mit integriertem Büro. Das Grundstück liegt in der geplanten Bergener Straße. Adient Interiors Ltd., Tochterfirma des amerikanischen Mischkonzerns Johnson Controls, bezieht den Neubau nach Fertigstellung. Umgesetzt wird das Projekt mit dem Generalunternehmer GOLDBECK.

„Die Hansalinie ist ein sehr guter Standort für unser neues Projektvorhaben, hier ist viel in Bewegung. Der Wille der Stadt Bremen, dieses Gebiet zu erschließen, deutet auf eine große Nachfrage an moderner Logistikfläche hin. Diesen Trend haben wir frühzeitig erkannt. Wir freuen uns auf den baldigen Baubeginn“, so Lutz Peper, geschäftsführender Gesellschafter von Peper & Söhne.

Hier geht es zur Webcam des Bauprojektes